"Für mich war immer klar, dass ich mich politisch engagiere." - Vom Volunteer zur Abgeordneten: Wie Lena Werner in den Bundestag eingezogen ist

Bei Brand New Bundestag unterstützen wir progressive Kandidierende auf ihrem Weg in die Parlamente. Eine, die diesen Weg erfolgreich gegangen ist, ist Lena Werner. Seit 2021 sitzt die 27-Jährige für die SPD im Bundestag und setzt sich dabei besonders für ihre Herzensthemen soziale Gerechtigkeit, Gleichstellung aller Geschlechter sowie nachhaltigen Tourismus ein. 

Damit ihr unsere Abgeordneten und Kandidierenden besser kennenlernt, werden wir sie euch an dieser Stelle nach und nach vorstellen. In diesem Beitrag macht Lena Werner den Anfang und ihr erfahrt mehr über ihren Werdegang und ihre Entscheidung, in die Politik zu gehen.

Das Leben “abseits” der Politik

Vor ihrem Einzug in den Bundestag war Lena hauptsächlich im Eventmanagement und der Tourismusbranche tätig: auf ein Au-Pair-Jahr in Chicago und ein duales Studium der Tourismuswirtschaft in Düsseldorf folgte ein Traineeship im Bereich Eventmanagement bei der Deutsch-Amerikanischen Außenhandelskammer in Chicago. Direkt vor ihrem Bundestagsmandat arbeitete Lena dann bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zunächst als Eventmanagerin und dann als Junior-Finanzmanagerin.

Politische Anfänge 

Politisch interessiert und involviert war sie dabei schon immer. Durch ihre Eltern kam sie schon früh mit Politik in Kontakt. Ihre Mutter ist Mitglied der SPD, im Ortsverein engagiert und sitzt im Stadtrat. Dadurch wurde bei Lena zuhause viel über Politik diskutiert  und sie kam früh in Kontakt mit der SPD, half bei der Organisation von Veranstaltungen und im Wahlkampf. 

Selbst politisch aktiv wurde Lena, als sie mit 16 Mitglied im ersten Jugendparlament ihrer Stadt wurde und 2016 dann in die SPD eintrat. Besonders politisiert hat sie allerdings ihr Auslandsaufenthalt in den USA von 2019 bis 2020. Dieser machte ihr bewusst, dass die Rechte, die wir in Deutschland haben, das Sozialsystem und die Europäische Union keine Selbstverständlichkeit sind. Für Lena war dies der Auslöser, sich, wenn auch erstmal nur vor Ort, wieder mehr in die Politik einzubringen. Zunächst unterstützte sie den Landtagskandidaten aus ihrem Heimatort im Wahlkampf und kurz darauf ergab sich noch eine weitere Möglichkeit: “Im Herbst 2020 habe ich mich auch noch Brand New Bundestag als Volunteer angeschlossen, um andere Kandidierende im Wahlkampf zu unterstützen. Dadurch habe ich viele tolle und engagierte Menschen kennengelernt, die mich inspiriert haben.”

Die Kandidatur

Dennoch war es bis zur eigenen Kandidatur noch ein großer Schritt. Da Lenas Wahlkreis eher konservativ geprägt ist, erforderte der Wahlkampf für die SPD dort großen Einsatz. Gleichzeitig waren die Erfolgschancen eher gering, da für ihren Wahlkreis seit 16 Jahren kein*e SPD-Abgeordnete*r in den Bundestag eingezogen war. Der Ortsverband suchte also nach einer Person, die genug Kapazitäten für einen intensiven Wahlkampf aufbringen konnte und trotz der fehlenden Erfolgserlebnisse hochmotiviert war. Des Weiteren äußerte Lena, da ihr Gleichstellung sehr am Herzen liegt, den Wunsch nach einer jungen weiblichen Kandidatin. Dadurch wurde sie auch selbst immer wieder gefragt, ob sie sich eine Kandidatur nicht selbst vorstellen könnte. Auch wenn diese Vorstellung anfangs absurd für Lena war, wurde ihr nach einiger Zeit klar, dass sie die Kandidatur übernehmen möchte, und zwar mit voller Überzeugung und vollem Einsatz. 

Engagement  und Mut

Lena selbst hätte nie gedacht, dass sie einmal für den Bundestag kandidieren und Abgeordnete werden würde. Sie selbst sagt: “Für mich war immer klar, dass ich mich politisch engagiere, allerdings eher im Hintergrund oder vielleicht im Stadtrat oder Ortsbeirat. Dass ich irgendwann in der ersten Reihe stehe, hätte ich mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen können. Für mich war die Entscheidung, selbst zu kandidieren, auch eine große Überwindung.”
Menschen, die auch mit dem Gedanken spielen, sich politisch zu engagieren, rät sie deshalb: “Traut euch! Springt über euren Schatten, wenn es sein muss, und steht für eure Überzeugungen ein.” Sie betont dabei, dass es sich lohnt, für die eigenen Überzeugungen einzustehen, besonders, wenn man die Dinge auf die eigene Art angeht.
Dabei unterstreicht Lena auch die Relevanz von zivilgesellschaftlichem Engagement, da dieses auf sehr vielen Ebenen stattfindet, die die Politik nicht abdecken kann. Wenn man sich engagieren möchte, geht es also nicht immer um den ganz großen Wurf. Es gibt viele Möglichkeiten, sich einzubringen; wichtig ist nur, wie Lena über den eigenen Schatten zu springen und sich zu trauen, für die eigenen Überzeugungen einzustehen. 

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Dieser Beitrag basiert auf einem Interview im Karuna Kompass, welches Lena Werner unserer Koordinatorin Maja Bisanz gegeben hat.

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